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STRICKWOLLE VERSCHIEDENER SCHAF- und ZIEGENRASSEN


 

 

Wir bitten um Beachtung: die Farben der abgebildeten Wollen können, besonders bei den pflanzengefärbten Wollen, von den Fotos abweichen.

 

 

Ein kleiner Überblick über die Materialien:

 

Schafwolle ist ein sehr gesundes und pflegeleichtes Material. Sie ist geruchshemmend, knitterarm, schmutzunempfindlich (durch die Schuppen an der Faseroberfläche wird Schmutz regelrecht abgestoßen) und lädt sich nicht elektrostatisch auf. Da sie zu 85% aus Luft besteht, wirkt sie temeraturausgleichend, begünstigt die Hautatmung und kann sie Feuchtigkeit aufnehmen (bis zu einem Drittel ihres Gewichtes, ohne sich nass anzufühlen). Sie isoliert sehr gut, wärmt und gibt gleichzeitig überschüssige Körperwärme an die kühlere Umgebung ab. Das deutsche Wollforschungsinstitut hat festgestellt, dass Schafwolle auch zur Entgiftung der Raumluft beitragen kann, indem sie Substanzen aus der Stoffgruppe der Aldehyde dauerhaft an sich bindet und unschädlich macht.

Unterschiedliche Schafrassen eignen sich für unterschiedliche Vorhaben: so werden z. B. aus der Wolle von Heidschnucken sehr strapazierbare Teppiche hergestellt, während man die Wolle vom Coburger Fuchs duchaus schon für Bekleidung nehmen kann (man darf nur nicht empfindlich sein). Merino hat die weichste Faser und wird für feine Bekleidungsstücke wie Schals, Tücher, Babybekleidung oder Unterwäsche gerne genommen.

 

Ramie wird aus dem Stengel einer tropischen Bastpflanze gewonnen und gehört von daher zur selben Familie wie Leinen, Jute und Hanf. Seit vorchristlicher Zeit wird Ramie zur Herstellung teurer Stoffe benutzt (Chinesisches Leinen). Hauptanbauländer sind China, Japan, die Philippinen, Brasilien und Indonesien. Die Ausbeute an verwertbaren Ramiefasern der meist nur auf kleinen Flächen händisch angebauten und geernteten Pflanze ist sehr gering, daher auch ihr hoher Preis, vergleichbar mit hochwertigem Leinen. Ramiefasern nehmen nur schwer Schmutz an, geben ihn gut wieder ab und haben einen schönen, matten Glanz. 

 

Maulbeerseide gilt als die qualitativ beste und wertvollste Naturseide. Sie wird aus dem Kokon des Seidenspinners gewonnen, eines ursprünglich in China beheimateten Schmetterlings. Seine Raupen ernähren sich hauptsächlich von Maulbeerblättern und spinnen ihren Kokon aus einem einzigen, langen Faden, der bis zu 900 Meter erreichen kann. Um den Faden zu gewinnen, werden die versponnenen Seidenraupen in heißem Wasser oder mit Wasserdampf abgetötet und der Seidenfaden dann vorsichtig abgewickelt. Durch ein Bad in Seifenwasser wird der gelblichew Seidenleim entfernt und die Maulbeerseide erscheint reinweiß. Dieses Verfahren, auch Abhaspeln genannt, wird bis heute angewendet und unterscheidet die Maulbeerseide von der Wildseide (Tussahseide). Für 250 g Seidenfaden werden ca. 3000 Kokons benötigt. Maulbeerseide isoliert gegen Kälte und Wärme und kann bis zu einem Drittel ihres Gewichtes aufnehmen. Verarbeitet wird sie rein oder in Mischung zu vielen unterschiedlichen Geweben, z.B. Crepe de Chine, Taft, Satin oder Chiffon.

 

Tussahseide (Wildseide) wird aus dem Kokon des japanischen oder chinesischen Eichenspinners gewonnen. Die Raupen dieses Schmetterlings ernähren sich hauptsächlich von Eichenlaub, aber auch von den Blättern vieler anderer Bäume. Die genaue Tönung des Seidenfadens hängt von der Nahrung ab, die die Raupe zu sich nahm. Im Gegensatz zur Maulbeerseide aus Zuchtproduktion werden die Kokons der Eichenspinner erst gesammelt und abgewickelt, wenn der Schmetterling den Kokon verlassen hat. Da der Kokon dadurch beschädigt wird, kann der Seidenfaden nicht durch Abhaspeln gewonnen werden; stattdessen wird der Kokon ausgekämmt und die Seidenfasern anschließend zu langen Garnen versponnen. Beim Verspinnen ergeben sich dadurch leichte Unregelmäßigkeiten, die zu einer leicht gröberen Struktur bei Geweben aus Tussahseide führen. Im Vergleich zur Maulbeerseide ergibt ein abgewickelter Eichenspinnerkokon einen Seidenfaden von ca. 1200 - 1400 Metern. Tussahseode wird nicht nur zur Textilherstellung, sondern auch in der Seifenindustrie verwendet.

 

Yak ist der asiatische Grunzochse, der im Himalaya anzutreffen ist und dessen Unterhaar sehr fein und extrem wärmend ist. Zu kaufen gibt es eigentlich nur das sogenannte "Babyalpaka", d.h. die groben Grannenhaare der erwachsenen Tiere wurden aus der gewonnenen Wolle entfernt. Gemischt mit Schafwolle oder Seide ergibt sich ein sehr feines und wärmendes Garn. 

 

Alpakas kommen aus Südamerika (Bolivien, Peru und Chile) und haben auch in unseren Breiten schon Heimat gefunden. Eine sehr weiche und seidig glänzende Hohlfaser. Im Vergleich zur Schafwolle ist sie wärmer, feiner und sie hat einen geringeren Fettgehalt. Die gesamte Verarbeitung der Alpaka-Faser wie das Vorbereiten, Kardieren, Spinnen , Weben und weitere Veredlungsverfahren sind den Verfahren der Schafwollverarbeitung sehr ähnlich. Die Alpaka-Faser wird, wie auch die Schafwolle, durch die einmal jährlich veterinäramtlich vorgeschriebene Pflegeschur gewonnen.

 

Mohair bezeichnet die Haare der Angoraziege. Diese Faser ist die spezifisch leichteste Naturfaser und wird neben der Herstellung von Wolle auch für die Herstellung von Teddybären und Puppenhaar verwendet. Angoraziegen werden außer in der Türkei (Ursprungsland) auch in Südafrika, Australien und Madagaskar gehalten. Sie werden zweimal pro Jahr geschoren und bringen zwischen drei und sechs Kilogramm Wolle pro Tier. Mohair wird je nach dem Alter der Ziege und dem Durchmesser der Faser (je jünger das Tier, desto feiner die Faser) in die Kategorien "Kid", "Young Goat" und "Adult" unterteilt.

 

Kaschmir bezeichnet das Haar der Kaschmirziege. Es ist wie Alpaka, Yak, Mohair und Kamel ein Edelhaar und keine Wolle. In ihrer Heimat, der indischen Region Kaschmir, wird das Haar der schlappohrigen Kaschmirziege seit über 1000 Jahren handwerklich zu hochwertigen Textilien verarbeitet. Wichtigste Erzeugerländer sind die Mongolei, der Iran, das mittelasiatische Hochland (Pamir), China, aber auch Neuseeland, Schottlnd und Kirgisistan. Aurgund ihrer Feinfaserigkeit zählt die Kaschmirfaser zu den Edelhaaren mit sehr guten Wärmerückhaltungseigenschaften bei geringem Eigengewicht. Gewonnen wird die Faser durch Auskämmen während des Fellwechsels zum Ende des Winters (ca. 150 g pro Tier). Danach wird händisch nach Farben und schlechten Partien sortiert, gewaschen und maschinell entgrannt (dabei werden die groben Deckhaare, "Grannen", von der feinen Unterwolle getrennt). Aufgrund der geringen Mengen ist Kaschmir eine der wertvollsten und teuersten Naturfasern.

 

Weitere Informationen zur Qualität und Herkunft unserer Wollen finden Sie neben den entsprechenden Beschreibungen der einzelnen Strickwollen auch unter

 

Wolliges vom Schafhof.

 

 

Neu!: Wir haben unsere Strickwollen aufgeteilt in vier Gruppen. Die gewohnten Wollen finden Sie deshalb nun unter:

 

 

Unsere verschiedenen Filz- und Spinnwollen finden Sie an gewohnter Stelle.

 

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